PRIVATPRAXIS24
Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz

Das Konzept* 

Über Jahrhunderte hinweg wurde fortwährend ein negatives Bild des Menschen gezeichnet und man ging wie selbstverständlich davon aus, daß der Mensch sich nur durch strenge Erziehung und Selbstkontrolle zum Guten entwickeln kann.

Der amerikanische Psychologe Abraham H. Maslow, Mitbegründer der humanistischen Psychologie, sah das anders. Er forschte nach den Motiven, die hinter dem menschlichen Handeln stehen, und stellte fest, dass der Mensch hauptsächlich von einigen grundsätzlichen Bedürfnissen angetrieben wird. Diese Bedürfnisse sind in allen Kulturen recht ähnlich: Jeder Mensch braucht Nahrung, er strebt nach Sicherheit, Zuwendung und Achtung. Wenn er das nicht bekommt, wird er aggressiv und neurotisch.


Ein positives Menschenbild

Die Natur des Menschen ist weder böse noch neutral, sondern grundsätzlich gut. Der Mensch muss sich nicht verändern, um gut zu sein - er muss nur bekommen, was er braucht. Die Humanistische Psychologie begreift deshalb den Menschen als kreatives, zur Selbstverwirklichung strebendes Wesen. Therapieziel ist nicht die Anpassung des Klienten an seine Umwelt, sondern die Entfaltung seiner Gestaltungskraft. Dieses humanistische Menschenbild und die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse der anthroposophischen Heilkunde bilden die Grundlagen meiner psychotherapeutischen und kunsttherapeutischen Arbeit.


Die  Humanistische Psychologie

versteht sich als dritte Kraft neben der Tiefenpsychologie und dem Behaviorismus (Verhaltenstherapie). 1961 gründeten Psychologen und Psychologinnen sowie Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen unter ihnen Charlotte Bühler, Abraham Maslow, Rollo May, Fritz Perls, Carl R. Rogers, Virginia Satir die AHP, die Association for Humanistic Psychology, die die Vorreiterin dieser Bewegung wurde. 

Das grundsätzliche Credo der Humanistischen Psychologie besteht in Annahmen und Forderungen wie: Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. Der Mensch lebt in zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Mensch lebt bewusst und kann seine Wahrnehmungen schärfen. Der Mensch kann entscheiden.

Die Humanistische Psychologie konzentriert sich im Gegensatz zur Tiefenpsychologie auf das ‚Wie’ im Gegensatz zum ‚Warum’ als Kernfrage in der Therapie und der Beratung. Dieser, sich an den menschlichen Ressourcen orientierende Ansatz der Humanistischen Psychologie bildet den Ansatz meiner therapeutischen Arbeit. Die erste ausgearbeitete Humanistische Psychologie geht auf Abraham H. Maslow zurück. 

Sein Konzept wurde später insbesondere von Carl R. Rogers in seiner personzentrierten Psychotherapie aufgenommen und für den praktischen Bereich weiterentwickelt. Für Rogers besteht die Funktion des Therapeuten darin, „die verschiedenen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu klären und die Angst und die Mutlosigkeit, die das Individuum fühlt, anzuerkennen. Seine Funktion ist es nicht, zu einem bestimmten Ablauf zu drängen oder Ratschläge zu erteilen.” (Carl Rogers: Die nicht direktive Beratung. München 1972; Original: Counselling and Psychotherapie. Boston, 1942 S. 47f).

 

Anthroposophische Heilkunde 

Die von Dr. Rudolf Steiner in Zusammenarbeit mit der holländischen Ärztin Dr. Ita Wegmann  etablierte anthroposophische Heilkunde unterscheidet zwischen vier Wirklichkeitsebenen (Wesensglieder), die als physischer-, ätherischer- und astraler Leib sowie als Ich bezeichnet werden. Der physische Leib als der sichtbare Körper, der Ätherleib als die Summe der den Körper belebenden Lebensprozesse, wie z.B. Atmung und Wachstum, der Astralleib ermöglicht Empfindungen und Bewusstsein, er vermittelt uns Lust oder Unlust, Freude oder Schmerz, Sympathie und Antipathie, das Ich, das nur der Mensch besitzt; das höchste der vier Glieder ist das Zentrum der Persönlichkeit.

Diese vier genannten Wesensglieder  stehen nur beim gesunden Menschen in einem ausgewogenen Gleichgewicht. Ziel jeder Therapie ist es, dieses gesunde Verhältnis der Wesensglieder zueinander zu erhalten oder wieder herzustellen.

Zu diesem Zweck versuchen anthroposophische Heilpraktiker, die Ursachen einer Erkrankung möglichst ganzheitlich zu erfassen. Die Therapie wird nicht nur durch die Diagnose bestimmt, sondern auch durch den Krankheitsverlauf, den Lebenslauf, das soziale Umfeld und die Persönlichkeit des Erkrankten.

Anthroposophische Heilpraktiker üben die 'Anthroposophische Heilkunde' aus und leisten somit einen Beitrag zur Förderung von Selbstverantwortung und Selbstentwicklung im gesunden und kranken Menschenleben. Dabei werden die Erkenntnisse von Reinkarnation (Wiederverkörperung) und Karma (Kausalität, d.h. die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung) in die Behandlung mit eingebunden, z.B. durch die Reinkarnationstherapie die auch als Regressionstherapie oder als Rückführung bezeichnet wird und mit seelischen Bildern arbeitet. Letzteres ist entscheidend, denn die Sprache unserer Seele bzw. unseres Unbewussten (C.G. Jung) sind Bilder. Dadurch wird ein direkter Zugang zum seelischen Wissen hergestellt. Der kanadische Psychiater Ian Stevenson, der deutsche Psychotherapeut Thorwald Dethlefsen u.a. entwickelten dieses Verfahren in der Gegenwart über Jahrzehnte weiter und integrierten es in einen größeren geistigen Zusammenhang. 

Die letzte Meditation, die Rudolf Steiner zugleich auch den Priestern für ihren Heilauftrag mitgegeben hat, fasst das Leitbild für anthroposophische Heilkunde in die nachhaltigen Worte:

„Ich werde gehen den Weg,

Der die Elemente in Geschehen löst

Und mich führt nach unten zum Vater

Der die Krankheit schickt zum Ausgleich des Karma

Und mich führt nach oben zum Geiste

Der die Seele in Irrtum zum Erwerb der Freiheit leitet

Christus führt nach unten und nach oben

Harmonisch Geistesmensch in Erdenmenschen zeugend."

(Rudolf Steiner, Mantrische Sprüche und Seelenübungen II. 1903-1925. GA 268, S. 317)

 

Der in dieser Meditation aufgezeigte Weg beinhaltet das Wesen des Merkurstabes, in Worte gefasst. Dieser ist Ursprung und das Ziel heilkundlichen Denkens und Handelns anthroposophischer Heilpraktiker.

„Für den, der das Leben des Menschen betrachten will, ist Ehrfurcht vor der menschlichen Natur eine unbedingte Notwendigkeit, weil diese Ehrfurcht einzig und allein geeignet ist, unsere geistigen Augen und unsere geistigen Ohren, unser ganzes geistiges Schauvermögen wachzurufen, das uns eindringen lässt in die eigentliche, tiefere Wesenheit des Menschen.“ (Rudolf  Steiner,  Prag,  20.3.1911)