Kunsttherapie und Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz 
Alexander Schadow, Heilpraktiker - beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie* und Psychosozialer Kunsttherapeut (IFKTP)

Psychosoziale Kunsttherapie mit Erwachsenen

"Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt"  (Novalis)

Innerhalb der Psychotherapie sind Bilder ein wichtiges und hilfreiches Medium. Sie können ein wesentlicher therapeutischer Faktor sein, um die Dinge klarer zu sehen und einen Wechsel der Blickrichtung zu ermöglichen.

Denn durch die bildliche Symbolisierung können unbewusste, belastende Inhalte sowie seelische Erlebnisse und Ereignisse eindeutiger, ja in mancher Hinsicht erst überhaupt in notwendiger Weise deutlich gemacht, besser vergegenwärtigt und verdichtet werden. Dies geschieht insbesondere bei bestimmten psychischen Problemen, denn wo die Sprache oft versagt, sprechen Bilder.

Das Medium der Kunsttherapie ist die Kunst. 

Die wesentliche Aufgabe der Kunsttherapie liegt darin, Selbsterfahrungs- und Heilungsprozesse mittels Kunst anzuregen und zu begleiten. 

Die Kunsttherapie ermöglicht es, Selbstverantwortlichkeit, Erlebnisfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit zu üben, zu aktivieren und zu kurieren.*

Das plastische Gestalten bringt Phantasien, Erleben und Handeln in ein lebendiges Wechselspiel. Verschiedene Materialien wie Stein, Ton, Holz, Gips oder Sand werden dabei mit den Händen oder mit Werkzeugen gestaltet und verändert. Plastisch-therapeutisches Gestalten kann die Willenskräfte stärken.*

Das Malen fördert das sinnenhafte Empfinden, das Veranschaulichen von Farbqualitäten und Farbkombinationen sowie verschiedene Malmethoden können u.a. gezielt seelische Prozesse und Organtätigkeiten anregen, entspannen den Organismus und führen zur Vertiefung der Erlebnisfähigkeit.*

Das Zeichnen wirkt auf die kognitiven Kräfte. Liniengebrauch beim Zeichnen kann als äußeres Bild des menschlichen Denkens angesehen werden. Bewußt wird die äußere Welt wahrgenommen, weil das Auge Grenzen, Formen und Bewegungen nachvollziehen muß, um Grenzen, Formen und Bewegungen zeichnend ausdrücken zu können. Das Zeichnen kann bestimmte physiologische und psychologische Störungen günstig beeinflussen, wenn es regelmäßig, vorzugsweise täglich geübt wird.*

 

Psychosoziale Kunsttherapie mit Kindern und Jugendlichen

"Ich denke an nichts, wenn ich male, ich sehe Farben." (Paul Cézanne)

Die Kunsttherapie bietet insbesondere Kindern und Jugendlichen einen individuellen Erfahrungsraum für die Entwicklung kreativer Fähigkeiten. Durch die Anwendung künstlerischer Materialien wie Öl-, Acryl- bzw. Aquarellfarben, Ton, Rötel und Kohle proben Kinder und Jugendliche den Umgang mit Belastungen und Konflikten.*

Die kreativen Anlagen des Kindes und des Jugendlichen werden durch den Einsatz künstlerischer Materialen sichtbar, sodass diese in andere Lebensbereiche übertragen werden können. Nur so ist eine nachhaltige Verhaltensänderung möglich. Die Therapie bei Kindern und Jugendlichen zielt dabei nicht auf eine tiefenpsychologische Ursachenforschung und Bearbeitung der Konflikte, sondern konzentriert sich auf die Empfindungen und Gefühle des Kindes bzw. Jugendlichen. Durch das sinnenhafte be'greifen' des Materials und in der direkten Auseinandersetzung damit können Kinder und Jugendliche handelnd und selbstbestimmt die Welt und sich selbst kennen lernen.

Die Freude an der Gestaltung mit unterschiedlichen Materialien, die interessierte Erforschung ihres Formenreichtums und die altersgemäße Ausbildung von Ausdrucksfähigkeiten stehen im Zentrum der Therapie.

Die Kunsttherapie stärkt so die persönlichkeitsbildenden Ich-Kräfte und Ressourcen durch das Erleben der eigenen Urheberschaft und des Vertrauens in die eigene Gestaltungsfähigkeit. Im Dialog mit dem Material können das eigene Handeln, Erleben und Wahrnehmen differenziert und somit neue Beziehungserfahrungen gemacht werden