PRIVATPRAXIS24
Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz

Praxis Aktuell

 Diese Seite enthält interessante Beiträge zu psychotherapeutischen Verfahren, Therapieformen und Methoden*, Tips zur Gesundheit und Patientenhinweise, sowie Hinweise zu den Berufsverbänden und Institutionen der Weiterbildung.

 Vorab ein Hinweis: Da das Landgericht Hamburg in einem Urteilsspruch vom 12.05.1998 entschieden hat, daß jeder für den Inhalt der von ihm gelinkten Seiten mit zur Verantwortung herangezogen werden kann, falls er sich nicht deutlich davon distanziert, gilt dieses hiermit für alle auf unseren Seiten aufgeführten Links, die nicht unsere eigenen Seiten betreffen. Da Internetseiten einem ständigen Wandel unterliegen, lehnen wir jede Verantwortung für den Inhalt dieser Seiten ab, sie liegt alleine beim Betreiber dieser Seiten.

Berufsverbände und Institutionen der Weiterbildung

Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker (AGAHP) 

Die Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker (AGAHP) e.V. ist ein Zusammenschluss von Heilpraktikern unterschiedlicher therapeutischer Richtungen, denen die Orientierung am anthroposophischen Welt- und Menschenbild gemeinsam ist. Neben der Pflege der anthroposophischen Heilkunde als Therapiemethode arbeiten die Verbandsmitglieder daran, traditionelle und neue Heilverfahren, welche zum Methodenbestand der Heilpraktiker zählen, mit den geisteswissenschaftlichen Methoden der Anthroposophie Rudolf Steiners zu erforschen und vor dem Hintergrund des anthroposophischen Menschenbildes zu erfassen.

 

Verband Deutscher Kunsttherapeuten (VDKT) n.e.V.

Zweck des Verbandes ist die standes- und berufspolitische Interessenvertretung der Psychosozialen Kunsttherapeuten der Fachrichtungen Psychologische Beratung bzw. Klinische Kunsttherapie / Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HeilPrG) in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel des VDKT liegt darin, das Berufsbild Kunsttherapie neu zu definieren und eine Abgrenzung des Berufsfeldes gegenüber anderen künstlerischen, medizinischen bzw. therapeutischen Berufsfeldern vorzunehmen. Der Verband ist keiner kunsttherapeutischen Schulrichtung verpflichtet. Weitere Zwecke sind die Förderung von Forschung und Lehre im Bereich der Psychosozialen Kunsttherapie, unter anderem durch die Entwicklung von Aus- und Weiterbildungsrichtlinien.


Verband Freier Psychotherapeuten,
Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater (VFP) e.V.

Der VFP ist mit 10.000 Mitgliedern die größte berufsständische Vereinigung in der Freien Psychotherapie.

Der VFP organisiert als berufsständische  Vertretung Personen, die sich in der Psychologischen Beratung, Lebenshilfe und/oder der Psychotherapie engagieren. Der VFP erkennt unterschiedliche Vorbildung für beratende und psychotherapeutische Tätigkeit an, z.B. Psychotherapeuten, ärztlich oder gem. §2 PsychThG approbiert, Heilpraktiker für Psychotherapie, Heilpraktiker nach dem HeilPrG und Psychologische Berater.

 

Institut für Kunst und Therapie Potsdam

Das Institut für Kunst und Therapie Potsdam ist behördlich als gemeinnützige Körperschaft und besonders förderungswürdige Einrichtung der Aus- und Weiterbildung anerkannt. 

Gemäß der Zweckbestimmung bieten das Institut Qualifizierungsmöglichkeiten in den Bereichen Naturheilkunde, Psychotherapie, Gesundheitsprophylaxe, kreativitätsorientierte Therapien sowie Coaching und angewandte Kreativität. Alle angebotenen Aus-, Fort- und Weiterbildungen können in Vollzeit, in Teilzeit, berufsbegleitend an Wochenenden oder in Abendveranstaltungen erworben werden. Die Seminare und Veranstaltungen sind als Maßnahmen der beruflichen Bildung nach dem Bildungsurlaubsgesetz (BildUrG) teilweise anerkannt. Die Aus-, Fort- und Weiterbildungen sind so konzipiert, dass der Fokus auf die nachhaltige Umsetzung der gelernten Inhalte im konkreten Arbeitsalltag ausgerichtet ist.

Psychosozialer Kunsttherapeut (IFKTP)® und Psychosoziale Kunsttherapie (IFKTP)® sind beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) zugunsten von IFKTP markenrechtlich geschützt.

Neben den zahlreichen Ascol-Seminarangeboten im Bereich Beratung und Therapie liegt einer der Schwerpunkte in der Ausbildung von Psychosozialen Kunsttherapeuten. 

Weiterführende Informationen zu den Angeboten: www.ifktp.eu

 

Presseartikel  

 Psychosoziale Kunsttherapie  - Therapeuten mit Palette

Malen, zeichnen, kleben, basteln, fotografieren, modellieren, formen – das alles kann Hobby sein, manchmal ist es Kunst. 

All dies bietet aber auch eine Grundlage für therapeutische Zwecke: Die Psychosoziale Kunsttherapie nutzt die Fähigkeiten des Menschen, mit seinen Händen innere Bilder zu äußerer Gestalt zu verhelfen.

Währenddessen arbeitet sie mit psychologischer Kompetenz, um Konflikte oder Blockaden zu lösen, um körperliche oder seelische Erkrankungen in ihrer Heilung zu fördern.

Kunsttherapie ist bereits seit vielen Jahrzehntebewährt, vor allem im klinischen oder pädagogischen Bereich, dennoch ist sie bislang weitgehend unbekannt. Oft fehlt eine Vorstellung davon, was Kunsttherapie überhaupt ist. Eine Antwort darauf liefert der deutsch-amerikanische Kunstpsychologe Rudolf Arnheim: "Psychologie und Kunst – diese beiden können als der Vater und die Mutter der Kunsttherapie bezeichnet werden. Meine eigene Meinung ist, dass die Künste an erster Stelle eine erkennende Aufgabe erfüllen. Indem Kunst zeigt, was sie für den Geist kranker Menschen tun kann, erinnert sie uns daran, wozu sie für jeden von uns da ist." Während sich andere Therapieformenmeist auf die direkte Beziehung zwischen Patient und Therapeut beschränken, so kommt in der Kunsttherapie eine dritte Komponente hinzu: Das gestaltete Werk. Diese nonverbale Kommunikation, der sprachlose Ausdruck von Gefühlen, von Wünschen und Erlebnissen ist zentraler Bestandteil des therapeutischen Prozesses. Der Kunsttherapeut ist mit seiner Erfahrung, seinem Wissen und seinem Einfühlungsvermögen gefordert, den Ausdruck des Werkes zu analysieren und auch über das Werk in einen Austausch mit dem Patienten zu treten. 

Ausdruck der Seele

Künstlerische Arbeitsprozesse und die Nutzung unterschiedlicher Materialien verbildlichen in idealer Weise innere Zustände, Erfahrungen und Konflikte. Damit sind sie geeignet, Veränderungsprozesse nicht nur modellhaft abzubilden, sondern sich derer auch plastisch und praktisch bewusst zu werden.

Teil der Therapie ist auch die Umgebung. So kann eine Psychosoziale Kunsttherapie einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden, offene Ateliers sind ebenso möglich wie geschlossene Gruppen oder geschützte Einzelsitzungen. Bei einer Gruppe fließt zusätzlich der Aspekt der sozialen Interaktion mit den anderen Teilnehmern in den therapeutischen Prozessmit ein. Themen oder Materialien können entweder freigewähltwerden oder vorgegeben sein. Mit möglicherweise gegebenen Materialien ein feststehendes Thema anzugehen, das ist für viele Patienten unter Umständen eine Herausforderung – die Pinsel einfach über das Papier streichen zu lassen, ohne vorab eine Skizze erstellt oder die Details mit spitzem Bleistift vorgezeichnet zu haben, erfordert Mut. Und es kann befreiend wirken, einen Auslöser schaffen, sich dem Therapeuten auch verbal zu öffnen.

Kreativität allein ist keine Therapie

Das Konzept der Psychosozialen Kunsttherapie basiert auf einer fächerübergreifenden Zusammenführung von Kunst, Psychologie und verschiedenen therapeutischen Verfahren und Methoden. Die Kunst steht somit in ihrer sinnstiftenden, sozialen und kurativen Vielfalt im Mittelpunkt des Studiums der Psychosozialen Kunsttherapie. Malerei, Bildhauerei und das Modellieren mit Ton, das therapeutische Lesen und das Schreiben sind Techniken, die jeder angehende Psychosoziale Kunsttherapeut erlernt. Darüber hinaus stehen auch Lehrstoffe wie Ästhetik, Psychologie, Psychopathologie und Diagnostik, Materialkunde, Kunstgeschichte sowie Menschenkunde auf dem Plan. Die Berufsbezeichnung Psychosozialer Kunsttherapeut (IFKTP) ist behördlich geschützt und wird ausschließlich durch den Berufsverband vergeben.

Ein Vorteil der Psychosozialen Kunsttherapie ist es, dass – im Gegensatz zu Therapieansätzen wie beispielsweise der reinen Verhaltenstherapie oder der Psychoanalyse – mit unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen gearbeitet werden kann. So können verhaltenstherapeutische, analytische, anthroposophische und weitere Ansätze genutzt werden, um Patienten in vielfältigsten Lebenssituationen gerecht zu werden und wirksam zu begegnen. Diese Vielfältigkeit der Psychosozialen Kunsttherapie ermöglicht ihren Einsatz in Kliniken und Krankenhäusern, aber auch in Senioren- und Pflegeheimen, Familienberatungsstellen, Kinder- und Jugendtherapieeinrichtungen, psychologischen Beratungsstellen und Rehabilitationseinrichtungen oder selbstverständlich in eigener Praxis. Dabei kann die Psychosoziale Kunsttherapie eine eigenständige Therapie darstellen oder eine Behandlung mit anderen Heilverfahren ergänzen oder begleiten. Gerade bei der Aufarbeitung von biographischen Konflikten, bei der Verarbeitung von emotionalen Krisen und der Heilung von psychischen Erkrankungen konnten mit der Psychosozialen Kunsttherapie sehr gute Ergebnisse erzielt werden. „Die Erfahrung im Künstlerischen führt dazu, dass Patienten die gewonnenen Erfahrungen in andere Lebensbereiche hineinwirkend anwenden“, so Alexander B. Schadow, der Begründer der Psychosozialen Kunsttherapie. (Auszug aus Gesunde Medizin 11/2012)

 

 Therapeuten mit Palette – oder was ist Kunsttherapie?

„Psychologie und Kunst – diese beiden können als der Vater und die Mutter der Kunsttherapie bezeichnet werden. Meine eigene Meinung ist, daß die Künste an erster Stelle eine kognitive Funktion, d.h. erkennende Aufgabe erfüllen. Indem Kunst zeigt, was sie für den Geist kranker Menschen tun kann, erinnert sie uns daran, wozu sie für jeden von uns da ist.“

Diese Aussage des deutsch-amerikanischen Kunstpsychologen Rudolf Arnheim beantwortet die Frage „Was ist Kunsttherapie?“ Als eigenständige Profession hat sich die Kunsttherapie bereits seit vielen Jahrzehnten im Klinik- und Pädagogikbereich bewährt. Überdies hat sich mit der Kunsttherapie die Kunst ein weiteres Mal in ihrer Beziehung zur Gesellschaft definiert.

Bereits 1929 begann die anthroposophische Ärztin Dr. Margarethe Hauschka mit der künstlerisch-therapeutischen Weiterbildung von Krankenschwestern. Diese ersten Kunsttherapeutinnen unterstützten Patienten bei ihrem Genesungsprozeß mit Hilfe künstlerischer Medien.

Edith Kramer, eine der ersten psychoanalytisch orientierten Kunsttherapeutinnen, beschrieb die Rolle des Kunsttherapeuten mit den Worten: „...ein Kunsttherapeut sein aber bedeutet, daß Kunst wirklich als Therapie verwendet wird. (…) Es scheint mir der einzige Grund, warum man ein Kunsttherapeut werden würde, daß man etwas anzubieten hat, das speziell ist, das nur die Künste geben können. Andernfalls könnten sie auch ein Psychotherapeut werden.“

Das Konzept der Psychosozialen Kunsttherapie basiert auf einer interdisziplinären und integrativen Verbindung von Kunst, Psychologie und verschiedenen therapeutischen Verfahren und Methoden. Die Kunst steht somit in ihrer sinnstiftenden, sozialen und kurativen Vielfalt im Mittelpunkt dieses Prozesses. Malerei, Bildhauerei und das Modellieren mit Ton, das therapeutische Lesen und das Schreiben sind Techniken, die jeder angehende Psychosoziale Kunsttherapeut erlernt. Weitere Lehrinhalte sind Ästhetik, Psychologie, Psychopathologie und Diagnostik, Materialkunde, Kunstgeschichte sowie Menschenkunde. Die Berufsbezeichnung Psychosozialer Kunsttherapeut (IFKTP)® ist markenrechtlich geschützt und wird durch den Berufsverband vergeben.

Der große Vorteil der Psychosozialen Kunsttherapie für die Patienten, im Gegensatz zu eindimensionalen Therapieansätzen wie beispielsweise der reinen Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse, liegt darin begründet, daß die Ausbildung hier integrativ die bekannten kunsttherapeutischen Ansätze umfaßt, sei es die analytische Kunsttherapie, die behavioristische Kunsttherapie, die humanistische Kunsttherapie, die anthroposophische Kunsttherapie oder die systemisch-lösungsorientierte Kunsttherapie. Mit anderen Worten, der Psychosoziale Kunsttherapeut ist daher bestmöglich qualifiziert, dem Patienten in vielfältigsten Lebenssituationen gerecht und wirksam zu begegnen.

Dabei dient die Kunst in der Therapie der Aufarbeitung von biographischen Konflikten, der Verarbeitung von emotionalen Krisen und der Heilung von psychischen Erkrankungen. Die Psychosoziale Kunsttherapie nutzt die Erfahrungen und Ausdrucksfähigkeit der Künste und bietet somit die Möglichkeit zur nonverbalen Interaktion von Gefühlen, Wünschen und Erlebnissen. Der Patient kann durch das künstlerische Tun in einen Gedankenaustausch treten – mit sich selbst, dem Therapeuten oder anderen Betrachtern. Künstlerische Arbeitsprozesse und die Begegnung mit unterschiedlichen Materialien verbildlichen in idealer Weise innere Zustände, Erfahrungen und Konflikte und sind damit geeignet, Veränderungsprozesse modellhaft zu erfahren.

Forschungsergebnisse haben gezeigt, daß sich z.B. der Malstil auf die Körperfunktionen auswirken kann. Diese Tatsache nun macht sich die Psychosoziale Kunsttherapie zu Nutze, um Patienten je nach Bedürfnis seelische oder körperliche Konzentration, Entlastung oder Heilung zu ermöglichen.

„In dieser einzigartigen, partnerschaftlichen und mündigen Zusammenarbeit können Psychosoziale Kunsttherapeuten Handlungsmodelle entwickeln, Lösungsansätze aufgreifen, das Patientenpotenzial an Fähigkeiten und Begabungen herausarbeiten und für den Patienten gedankliche Realitätsüberprüfungen anbieten. Denn die Erfahrung im Künstlerischen führt dazu, daß Patienten die gewonnenen Erfahrungen in andere Lebensbereiche hineinwirkend anwenden.“ So Alexander Schadow, Begründer der Psychosozialen Kunsttherapie.

Kunsttherapie ist primär keine Psychotherapie. Die meisten Psychotherapien, die von Fachärzten für Psychiatrie, Psychotherapeuten und Heilpraktiker für Psychotherapie durchgeführt werden, sind auf psychodynamische Störungen oder Verhaltensweisen und deren Heilung als Mittel zur Wiederherstellung seelischer und körperlicher Gesundheit ausgerichtet. Psychotherapie zielt darauf ab, Patienten von Störungen mit Krankheitswert zu befreien.

Im Gegensatz zur Psychotherapie indes, die vom Gesetzgeber ausschließlich als Heilkunde verstanden wird, begegnen Kunsttherapeuten Patienten auch außerhalb der Heilkunde, z. B. in der Partnerschafts- und Familienberatung.

Die Vielfältigkeit der Psychosozialen Kunsttherapie ermöglicht ihre Verwendung in Kliniken und Krankenhäusern, wobei die Therapeuten aber auch in Senioren- und Pflegeheimen, Familienberatungsstellen, Kinder- und Jugendtherapieeinrichtungen, psychologischen Beratungsstellen und Rehabilitationseinrichtungen beschäftigt oder selbstverständlich in eigener Praxis tätig sein können. Je nach Einsatzort stellt die Psychosoziale Kunsttherapie eine eigenständige Therapie dar oder ergänzt und erweitert die Behandlung mit anderen Heilverfahren, kann also bei zahlreichen psychischen Problematiken und Konflikten als therapeutische Maßnahme begleitend, unterstützend, aufdeckend oder auch als übendes Verfahren wirksam sein.

(Alexander Schadow in Freie Psychotherapie 2004)